Abnehmbare Zahnspangen

Abnehmbare Zahnspangen
Oft werden Eltern in einer Zahnarztpraxis damit konfrontiert, dass ihr Kind eine Zahnspange braucht. Fehlentwicklungen der Zähne bzw. des Kieferknochens treten bereits beim Milchgebiss auf. Sie werden häufig durch Zahnfehlstellungen der Eltern vererbt oder durch „schlechte Angewohnheiten“ wie Schnuller, Daumenlutschen oder Zungenpressen verursacht. Wenn diese „Habits“ rechtzeitig (spätestens mit dem 4. Lebensjahr) abgewöhnt werden, kann sich eine bereits entwickelte Fehlstellung von selbst wieder zurückbilden.
Die häufigsten Fehlstellungen betreffen zu schmale Oberkiefer und die Unterkieferrücklage.
Wenn der Oberkiefer zu schmal ist, äußert sich dies in einem Kreuzbiss (das heißt die oberen Seitzähne stehen nicht wie normal außerhalb der unteren Zähne sondern umgekehrt) und Engstand (die Zähne stehen verschoben nebeneinander- nicht in einer Reihe). Mittels einer Dehnplatte wird der Oberkiefer erweitert und somit mehr Platz für die Zähne geschaffen. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto kürzer ist normalerweise die Behandlungsdauer.
Bei der Unterkieferrücklage ist der Unterkiefer im Vergleich zum Oberkiefer zu klein geraten. Mit der Zahnspange wird der Unterkiefer weiter vorne positioniert und das Unterkieferwachstum forciert. Dadurch wächst der Unterkiefer schneller als der Oberkiefer, wodurch die Fehlstellung ausgeglichen wird. Dafür muss aber noch genügend Wachstumspotential im Knochen vorhanden sein. Der optimale Therapiezeitraum ist im Wechselgebiss, das heißt normalerweise zwischen dem 8. und 11. Lebensjahr. Da die oberen Frontzähne bei der Unterkieferrücklage sehr prominent hervorragen, sind diese bei Stürzen extrem gefährdet. Ein Sportschutz in Form einer Kunststoffschiene ist in diesem Fall zusätzlich empfehlenswert.
Bei abnehmbaren Zahnspangen ist der Behandlungserfolg extrem von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Die Tragezeiten müssen unbedingt eingehalten werden, da sonst der gewünschte Erfolg ausbleibt.

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