Mundgeruch ist heilbar

Basierend auf neuesten Untersuchungen leiden bis zu 25 % der Bevölkerung an schlechtem Mundgeruch. Die Halitosis gilt leider noch immer als Tabuthema in unserer Gesellschaft (auch bei Ärzten) und in Kombination mit dem Unvermögen, seinen eigenen Atem riechen zu können, wird das Problem oft erst sehr spät angesprochen.
Der Mundraum ist zu 90 Prozent die Ursache für schlechten Mundgeruch. Dabei wird organisches Material durch Bakterien zersetzt und flüchtige Schwefelverbindungen entstehen. Bei starken Konzentrationen kann dabei ein Gestank entstehen, der fauligen Eiern um nichts nachsteht. Die Zungenoberfläche ist das größte Bakterienreservoir im Mund und somit hauptverantwortlich für das Entstehen von Mundgeruch. Verminderter Speichelfluss, Zahnfleischerkrankungen, Kariesstellen und Beläge gelten als weitere auslösende Faktoren.
Mundgeruch in der Früh zählt nicht zur richtigen Halitosis. Wenn beim Schlafen der Mund offen bleibt, trocknet die Mundschleimhaut aus und die Abbauprodukte werden nicht weggespült. Wenn der Mundraum nicht die Ursache für Mundgeruch ist, dann kommen Erkrankungen des Hals- Nasen- Ohren Traktes bzw. sehr selten des Magen-Darm Traktes in Frage.
Der Zahnarzt sollte der erste Ansprechpartner bei der Therapie sein. Bei neun von zehn Fällen kann er den Patienten vom schlechten Mundgeruch befreien. Durch die Entfernung aller Beläge und Durchführung notwendiger Zahnrestaurationen werden die Mikroorganismen und das Bakterien-Nähstoffangebot reduziert. Außerdem muss dem Patienten eine adäquate Mundhygiene angelernt werden. Für die Zungenreinigung gibt es spezielle Zungenschaber, mit denen die Zungenoberfläche von Belägen und Bakterien befreit wird. Da 60 bis 80 Prozent der Keime im Mund auf der Zunge sitzen, sollte eine Reduktion auch zu weniger Karies und Zahnfleischerkrankungen führen. Die mechanische Reinigung steht immer im Vordergrund. Mundspülungen können unterstützend verwendet werden.
Damit die Mundschleimhaut nicht austrocknet, sollte man mindestens drei Liter Wasser täglich trinken und Lebensmittel, die zu einem schlechten Atem führen, vermeiden. Dies gilt vor allem für Knoblauch, Zwiebel, Kaffee, aber auch für Bier und Wein.
Schlechter Mundgeruch ist zwar ein unangenehmes, aber meist leicht lösbares Problem. Mit der richtigen Therapie und entsprechender häuslichen Mundhygiene ist die Halitosis gut heilbar.

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